Cambium cnPilot E410 im Test

Heute will ich einen kurzen Testbereicht zum Cambium cnPilot E410 schreiben, welcher mir vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Schon im ersten Telefonat mit dem Hersteller wurde mir schnell erklärt das an den Preisen der Geräte durchaus was zu machen ist und sie gerne Konkurenz zur Ubiquiti sein möchten. Nunja das kann ich aktuell nicht wirklich beurteilen da ich aktuell keine weiteren APs brauche, daher beschränkt sich dieser Test erstmal auf den technischen Teil.

Dieser AP kann sowohl StandAlone als auch in der Cambium Cloud betrieben werden. Zuerst habe ich ihn Standalone probiert und das Ding kann einfach wirklich alles. Erinnert so ein klein wenig an Mikrotik im Funktionsumfang. Es kann alles und man sucht manche Einstellungen doch mal etwas länger. Hier mal ein paar Screenshots aus dem WebUI

Auch wenn es teilweise wirklich umfangreich ist, habe ich eigentlich jede Einstellung relativ schnell gefunden und hat auch ziemlich alles auf Anhieb funktioniert. Das Teil hat auch eine CLI welche sehr an diese Cisco CLI erinnert. Erreichbar per SSH:

Allerdings stellte sich am Anfang raus, das der AP nur die “nicht DFS Kanäle” im 5GHz kann. Sowohl im CLI auch im WebUI lässt sich nichts anderes einstellen. Daher habe ich einfach mal diese Cambium Cloud probiert. Leider habe ich davon jetzt keine Bilder mehr das Problem war allerdings das gleiche, 5GHz gehen nur “nicht DFS Kanäle”. Das einbinden das APs war gar kein Problem, Seriennummer eingeben und er war drinnen. Ansonsten erinnert diese Cloud auch ein wenig an Mikrotik, kann alles aber man sucht hin und wieder die richtige Einstellung weil so umfangreich. War aber ansich auch kein sehr großes Problem und nach ein bisschen klicken kam man dann recht schnell damit zurecht. Ob man diese Cloud auch selbst hosten kann, bin ich mir jetzt nicht sicher, ich meine sowas irgendwo gelesen zu haben aber sicher sagen kann ich es gerade nicht.

Nunja ohne DFS Kanäle ist das ja irgendwie Käse und so kamen wir zu meinen nächsten Test: Den Support probieren (hier scheitert man bei Ubiquiti immer sehr schnell an sinnvoller Hilfe).

Es war ein deutscher Kontakt und es wurde schnell gesagt, das die Kanäle gehen müssen und was ich einstellen muss. Tja ich hatte das alles eingestellt und ging nicht. Der Support würde gerne Fernzugriff haben, so habe kam es zum nächsten Test, was passiert wenn ich ihm nun die IPv6 schicke die das Ding hat? Es wurde ziemlich witzig weil der Support im Büro kein IPv6 hat, aber sein Tablet im Mobilfunk schon und er es damit probiert aus. Aus unerfindlichen gründen kam er aber nicht über die Loginseite hinweg (ich hab es mit einen Kumpel probiert und jeder kam drauf, warum er beim Support nicht ging, bleibt leider unbekannt). Das ganze löste dann sich aber ziemlich schnell von selbst, da ich wohl eine neue Revision des Boards bekommen habe und just an dem Tag wo wir das probiert haben eine neue Firmware raus kam und mir dies auch vom Support mitgeteilt wurde. So wurde 4.2.0 auf 4.2.1 geupdatet und siehe da, die DFS Kanäle sind da. Der Kontakt mit dem Support kann ich also nur als hilfsbereit, super nett und auch jemand der sich auskennt beschreiben. Man wird nicht durch x verschiedene Instanzen gequält sondern der Verkäufer den ich als erstes angeschrieben habe, hat mich direkt an einen Techniker weitergeleitet der sich dann um alles gekümmert hat. Kontakt bestand eigentlich die ganze Zeit aus E-Mail, mir wurde aber auch Telefon angeboten. Da ich telefonisch aber immer schwer zu erreichen bin, war mir E-Mail Kontakt lieber.

Ich hab den AP jetzt seit einigen Wochen bei mir daheim laufen wo vorher Ubiquiti und auch Aruba Instant One (jeweils mit Stock Firmware) hing. Beide sind nach einiger Zeit immer mit DFS in irgendeinen anderen Kanal gelandet. Hier überzeugt der Cambium total, obwohl ich ihn auf Kanal 128 mit 80MHz Kanalbreite betreibe, kein einziges (false positiv) DFS Hit bisher. Die Geschwindigkeit ist wie erwartet und erreicht durchaus bis zu 500Mbit/s im 5GHz Band mit meinem Handy, das sind etwa die Werte die man bei 80MHz Kanalbreite und freien Kanal auch etwa erwartet, viel mehr ist technisch nicht möglich. Reichweite hab ich jetzt nicht expliziet getestet, reicht für meine Wohnung aber ganz locker aus und deckt den Garten mit ab. Viel wird sich das aber eh nicht nehmen mit anderen Hersteller, da die Sendeleistung begrenzt ist. Gut ist hier, das der AP auch locker die 30dBm (1W) im 5GHz Band schafft, was nicht bei allen Herstellern und APs der Fall ist, gerade wenn der Antennengewinn recht klein ist.

Wie man sieht, bin ich ziemlich überzeugt von der Hardware und würde sie zum aktuellen Zeitpunkt durchaus weiter empfehlen und auch selbst weiter verwenden. Es wird sich jetzt nur zeigen, wenn ich wirklich mal welche kaufe was im Preis machbar ist, denn der ist aktuell deutlich über Ubiquiti und Mikrotik.

Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen und das Gerät auch mal geöffnet, man will ja wissen mit welchen Wasser der Hersteller so kocht:

Das öffnen selbst ist gar kein Problem, 4 Kreuzschrauben aufmachen, Deckel aus den Plastikclips drücken und schon springt er beschädigungsfrei auf. Die Platine ist mit einer Kreuzschraube befestigt und sonst nur eingehangen. Wie man sieht, sieht man wenig außer einen dicken Kühlkörper und ohhh einen schon eingelöteten UART Port. Da hab ich natürlich mal meinen Adapter dran geklemmt wenn der schon so schön offen ist und mir mal das Bootlog heraus gezogen. Wie man sieht, kocht auch Cambium nur mit Wasser, IPQ4019, 256MB NAND Flash usw. Ist also in etwa vergleichbar mit einer Fritzbox 4040 oder Aruba Instant One von der Hardware her. Am Ende kam am UART ein “buildroot login:” leider konnte ich nichts auf den UART schreiben, ich vermute eigentlich das es mit meiner Technik gehen müsste und vermutlich blockiert Cambium das auf irgendeine Art. Ich hab mich damit aber jetzt nicht mehr groß weiter beschäftigt da ich wieder WLAN im Wohnzimmer brauche 😉 Vielleicht liegt es doch an mir, wer weiß.